Warum ich RAW-Konvertierung für anachronistisch halte
Jetzt bitte einmal tief durchatmen. Ja, ick weeß. RAW ist heilig. RAW ist Rettung. RAW ist Religion. Aber manchmal frage ick mich: Fotografieren wir eigentlich noch – oder sammeln wir nur noch halbfertige Dateien für später? Die große Verschiebung Früher – also damals, als man noch wusste, was man tat – wurde bei der Aufnahme entschieden. Belichtung. Kontrast. Farbigkeit. Stimmung. Heute höre ich oft: „Mach ich später im RAW.“ Später. Später ist das neue Jetzt. Und dann sitzt man abends vor dem Rechner, schiebt Regler. Belichtung +0,3. Kontrast +12. Weißabgleich bisschen wärmer. Vielleicht doch kühler. Ach komm, doch ’n Preset drüber. Zack. Drei Stunden weg. Die Kamera kann das längst selbst Moderne Systemkameras sind keine Einweg-Knipsen. Du kannst einstellen: Kontrast Farbsättigung Farbprofile Schwarzweiß mit Filterwirkung Schärfe Dynamik Und – Achtung, jetzt kommt der Clou – du siehst das Ergebnis vor der Aufnahme im Sucher. Das heißt: Ich sehe mein Bild. Ich entscheide. Ich drü...