Größer, schöner, weiter: Warum Objektive gar nicht für Offenblende gebaut werden (Teil 2)
Jetzt wird's ein bisschen technisch. Keine Angst, wir machen das ohne Taschenrechner. Denn die bittere Wahrheit lautet: Die meisten Objektive sind bei Offenblende gar nicht am besten. Ja, ich weiß. Das klingt erstmal wie Ketzerei. Schließlich wird uns seit Jahren erzählt, dass f/1.2, f/1.4 oder wenigstens f/1.8 der heilige Gral der Fotografie sei. Ist es aber nicht. Objektive sind optische Systeme. Und wie alle optischen Systeme haben sie kleine Fehler. Die Fachleute nennen das Abbildungsfehler oder Aberrationen. Ich nenne das lieber: Die Physik macht mal wieder nicht, was die Werbung verspricht. Deshalb erreichen die meisten Objektive ihre beste Leistung nicht bei Offenblende, sondern wenn man sie um etwa zwei ganze Blendenstufen abblendet. Von f/1.4 also auf f/2.8. Oder von f/4.0 auf f/8.0. Und plötzlich werden Ecken schärfer, Kontraste sauberer und die ganze Abbildung wirkt ruhiger. Mit anderen Worten: Das Objektiv atmet einmal tief durch und sagt: "So, jetzt kann ick ar...